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Auch ganz wichtig: Suchmaschinenfreundliches Design


Damit Suchmaschinen die Webseite überhaupt indexieren, dürfen auch keine technischen Barrieren bestehen, sondern die Seite sollte ein suchmaschinenfreundliches Design besitzen. "Auch heute noch gibt es einige Formate, die von Suchmaschinen nicht komplett interpretiert werden können, wie Flash oder JavaScript", berichtet Siwen Zhang, Seniorberaterin für Suchmaschinenmarketing bei der Agentur Explido. Damit die Lesbarkeit der Inhalte gewährleistet wird, müssen die Inhalte von den Suchmaschinen verstanden werden", sagt Zhang. URLs müssen zu jeder Zeit erreichbar sein, und es sollte gezielt gesteuert werden, welche Seiten im Index der Suchmaschine aufgenommen werden. Gleiche Inhalte sollten schließlich nicht mehrfach angezeigt werden. "Jede Seite sollte nur über eine einzige URL aufrufbar sein. Hierbei spielt eine sprechende und einfache Gestaltung der URL-Struktur eine tragende Rolle", empfiehlt Zhang. Den Suchmaschinen sollte ferner ausreichend durchsuchbarer (spiderbarer) Content angeboten werden. Dabei sei es wichtig, das semantische Umfeld des Suchbegriffs abzudecken. "Denn Suchmaschinen bevorzugen Inhalte, die zu einem Thema ausreichende Informationen anbieten", ergänzt die Beraterin.
Florian Stelzner, Berater bei der Agentur TRG, bestätigt: "Der User muss genau das auf der Seite finden, was dort angepriesen wird, denn sonst ist er binnen weniger Millisekunden wieder auf der Suchseite." Und die Inhalte müssten auch technisch sauber präsentiert werden, ergänzt Searchmetrics-Geschäftsführer Tober.

Es folgt die Offpage-Ptimierung


Danach geht es an die Offpage-Optimierung, die den Aufbau von Empfehlungen mit anderen Seiten umfasst. Offpage-Maßnahmen bedeuten, dass Unternehmen Links auf Seiten von Unternehmen platzieren, die verwandte Zielgruppen ansprechen - etwa der Sanitätsfachhandel auf der Seite des Orthopäden. Durch Verlinkungen von externen Webseiten kann die Auffindbarkeit des Shops gesteigert werden, ebenfalls raten die Experten zu Querverweisen in sozialen Netzwerken und Branchenverzeichnissen. Denn hat der Webshopbetreiber einmal einen großen Partnerkreis, hilft dieser beim Aufbau von Traffic und Links. Je mehr qualitative Verweise, desto besser. Aus der Zahl solcher Verlinkungen errechnet Google den sogenannten Page-Rank, der wiederum eine hohe Platzierung sichert.
Außerdem ist zu berücksichtigen, dass Google immer mehr dazu übergeht, die klassischen Faktoren wie die Nennung des Keywords in der Überschrift und eine massenhafte Verlinkung durch Faktoren wie das Nutzerverhalten abzulösen. Es wird also etwa gemessen, wie häufig eine Seite auf der Google-Ergebnisseite angeklickt wird und wie häufig oder wie schnell die Internetnutzer wieder zurück zum Suchergebnis kommen. Verlassen die Nutzer eine Seite schon nach kurzer Zeit, schließt Google daraus, dass die Qualität der Inhalte schlecht ist. Der Nutzer hat nicht die Information gefunden, die er beim Eintippen des Suchbegriffs erwartet hatte. Entscheidend für die Suchmaschine ist die Verweildauer auf einer Seite. Auch Social Media erzeugen Reichweite, Reputation und Links, bestätigen die Experten. Allerdings sind Social Signals derzeit noch kein signifikanter Rankingfaktor.

Googles will mit Panda-Update für guten Content sorgen


Seit dem Panda-Update Mitte 2011 filtert Google zu kurze und schlecht strukturierte Texte heraus. Mit diesen Veränderungen will Google vor allem jenen Unternehmen das Leben schwer machen, die mit schlechten Inhalten und unseriösem Linkaufbau die vordersten Reihen im Top-Ten-Ranking ergattern konnten. TRG-Berater Stelzner freut sich über diesen längst überfälligen Schritt des Suchmaschinenbetreibers: "Im Grunde setzt Google endlich um, was es seit fünf Jahren propagiert: Schaffe guten Content, und entferne die technischen Hürden. Beides wurde vernachlässigt."

Searchmetrics-Manager Tober unterstreicht, das Augenmerk auf gute Inhalte zu richten, da Google immer besser erkennen kann, was die Suchenden favorisieren. "Denn diese halten nicht nur die Besucher auf der Webseite, sondern sorgen im besten Fall sogar für weitere Empfehlungen in Form von Links." Tober schränkt aber gleichwohl ein, dass auch "kurze" Texte relevant und sinnvoll sein können, wenn sie mit Produktbildern oder gar mit einem Video angereichert werden.
Ein langer Text sei dann nicht mehr unbedingt notwendig. Sollte eines der Google-Updates auch die Webseite eines klassischen Unternehmens treffen, so lautet Tobers Empfehlung: "Schauen Sie Ihrer SEO-Agentur über die Schulter, und kontrollieren Sie diese stärker als bisher. Vielleicht wurde hier durch übereifrigen Linkaufbau ein Fehler gemacht." Unternehmen, die "Link-Spamming" einsetzen, indem sie etwa Kommentierungen in Blogs mit Links bestücken oder Brückenseiten ("Doorway Pages") verwenden, straft Google mit Sperre ab. Denn mithilfe der Brückenseiten müssen die Inhalte der Hauptwebseite auf die der Besucher geführt werden soll, nicht optimiert werden. Doch der Tricksuchbetrug wird zunehmend schwieriger, bestätigen die Experten.

Deutschland missachtet die Google-Richtlinien am häufigsten


Ende Mai 2012 hat Google mit "Pinguin" den Algorithmus dahingehend geändert, dass Seiten mit Linkspam empfindlich bestraft wurden. "Es gibt aber trotzdem noch einige SEO-Tricks, die zumindest in kleinem Stil funktionieren. Allerdings würde ich nicht empfehlen, diese anzuwenden - da der gesamte Traffic von Google darunter leiden kann", sagt Tober. Matt Cutts, oberster Hüter des Google-Algorithmus, warnte die Dienstleister auf einem Semseo-Kongress im Juni vor unseriösem Linkaufbau und verkündete, dass Goolge in den nächsten Monaten massiv gegen bestimmte Arten des bezahlten Linkaufbaus vorgehen werde. Deutschland sei bekannt dafür, die Richtlinien von Google am häufigsten zu missachten und "Black-Hat-SEO" zu betreiben. Das würde in Zukunft hart bestraft werden, mahnt Cutts.

Zweifellos ist der Suchmaschinenbetreiber Google in Deutschland bereits ein Monopolist unter den Suchmaschinen. Yahoo und Bing sind zwar emsige Konkurrenten, doch Google vereinigt hierzulande etwa 90 Prozent aller Suchanfragen auf sich. Und deswegen optimiert jeder, der einen Shop betreibt, seine Angebote für den Google-Roboter. "Wen Google nicht findet, den gibt es praktisch gar nicht", mahnt der Searchmetrics-Geschäftsführer Tober. Und das Online-Branchenverzeichnis "Google Places" sei für regionale Unternehmen ohnehin Pflicht - ebenso wie die Online Produktsuchmaschine "Google Shopping" für E-Commerce-Anbieter, ergänzt der Experte. Onlinemarketing profitiere von der Vielfalt der digitalen Möglichkeiten.

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