Sinus-Meta-Milieus

„Digitale Avantgarde“ eine länderübergreifende Zielgruppe

Foto: Sinus-Institut
Foto: Sinus-Institut
07.11.2013.  Globalisierung der Märkte und Digitalisierung des Alltags führen weltweit zu einem beschleunigten soziokulturellen Wandel. In allen Ländern nimmt der Grad an Freiheit und Wahlmöglichkeiten zu. In den modernen Bevölkerungssegmenten wächst die Fähigkeit zu Autonomie und Selbstbestimmung. An der Spitze entsteht eine neue kosmopolitische Elite: die Digitale Avantgarde. Diese Menschen könnten sich dem Sinus-Institut zufolge zu einer globalen Leitzielgruppe entwickeln.

„Beim Update unseres internationalen Milieumodells ist uns klar geworden: Die Digitale Avantgarde ist eine weltweite Bewegung. In Mitteleuropa haben wir sie schon vor einiger Zeit entdeckt. Aber sie ist uns in Ländern wie Indonesien oder Mexico genauso begegnet. Fast scheint es, als würde sie sich zu einer globalen Leitzielgruppe entwickeln – etwa so wie einst die 68er“, sagt Berthold Bodo Flaig, einer der Geschäftsführer des Sinus-Instituts.

Menschen sind mental und geografisch mobil


Laut Milieuforschung gibt es diese neue Lebenswelt in den westlichen Industriegesellschaften ebenso wie in den Schwellenländern – jeweils mit regionalen beziehungsweise lokalen Akzenten. Ob in Berlin, New York, Istanbul, Sao Paulo oder in anderen Metropolen: Die Digitale Avantgarde ist jung, hip, kreativ und individualistisch. Sie ist mental und geografisch mobil, online und offline vernetzt und immer auf der Suche nach neuen Grenzen und neuen Lösungen.

Den Wertewandel und die Lebenswelten der Menschen erforscht das Sinus-Institut mittlerweile seit drei Jahrzehnten. Daraus entstanden sind die Sinus-Milieus, ein Tool für die Zielgruppen-Segmentation. Für das globale Marketing gibt es das länderübergreifende Modell der Sinus-Meta-Milieus, das grenzüberschreitende Gemeinsamkeiten aufzeigt, ohne lokale Besonderheiten zu ignorieren. Das Sinus-Institut hat das Modell in diesem Jahr komplett überarbeitet.

Jeweils eigene Modelle für entwickelte und aufstrebende Märkte


Sinus unterscheidet im Modell der transnationalen Meta-Milieus jetzt zwischen den entwickelten Märkten (established markets) und den aufstrebenden Märkten der Schwellenländer (emerging markets). Für beide ökonomischen Sphären gibt es ein eigenständiges Modell mit jeweils neun Milieus. Diese beschreiben ganzheitlich und länderübergreifend vergleichbar die Lebenswelten der Verbraucher.

Nach Informationen des Instituts gibt es Sinus-Meta-Milieus derzeit für 28 Länder. Sie seien einsetzbar in der EU, im Raum APAC, sowie in den NAFTA-Ländern. Für weitere Länder könnten sie jederzeit entwickelt werden. Das neu validierte Instrumentarium sei in jedem Land ad hoc einsetzbar – sofort und mit überschaubarem Forschungsaufwand. Die Meta-Milieus könnten kombiniert werden mit den Sinus-Tools zur Kundenzufriedenheitsmessung und zur Markenpositionierung (Sinus Profiler Suite). Zudem könnten sie in bestehende Segmentierungen integriert werden, was zu maßgeschneiderten kundenspezifischen Lösungen führe.

(Sinus-Institut/asc)

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