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ASW NR. VOM 01.05.1989 SEITE

Sportmarketing


Hoeness kuendigt Hoeness

Frueher drohte Uli Hoeness, der Manager des FC Bayern Muenchen, seinem Bruder bei Formschwaeche schlicht mit Verkauf.
Nun aber ist Dieter Hoeness, der ehemalige Torjaeger des deutschen Spitzenclubs, seit eineinhalb Jahren zustaendig fuer das Sportmarketing von Commodore.
In dieser Funktion ist er wieder Vertragspartner seines Bruders, nur fliesst das Geld in umgekehrter Richtung: nicht vom Manager zum Spieler, sondern vom Sponsor zum Verein.
Allerdings nicht mehr lange.
Denn Commodore hat seine kommunikativen Ziele erreicht und nimmt die Option zur Vertragsverlaengerung - von "Kuendigung" will Hoeness nicht sprechen -nicht mehr wahr.
"Bei Commodore", so Dieter Hoeness, "ist Sportmarketing voll ins Marketing- Mix integriert, und eine solche Entscheidung wird nur aus marketing- technischen Gesichtspunkten gefaellt.
Persoenliche Affinitaeten spielen dabei keine Rolle."
Seit 1984 wirbt der Homecomputerproduzent mit Bayern Muenchen und steigerte seither seinen Bekanntheitsgrad von 31 auf 92 Prozent.
Im Verlauf der fuenf Partnerjahre, so rechnete Commodore vor, seien durch ueber 200 Bundesliga-, Pokal- und Europapokal- Spiele mit Hilfe der Berichterstattung im Fernsehen und in den Print- Medien mehr als 15 Milliarden Kontakte in Deutschland und Europa geschaffen worden.
Zwischen zwei und drei Millionen DM pro Saison hat Commodore dafuer bezahlt.
Aber nun haben sich die Kommunikationsbeduerfnisse der Commodore Bueromaschinen GmbH geaendert.
Der Anteil der Homecomputer am Umsatz ging verhaeltnismaessig zurueck, und die Anstrengungen richten sich nun mehr auf professionelle EDV-Ausstattung.
Dementsprechend richtet Dieter Hoeness die Strategie der Sportaktivitaeten anders aus.
Der fruehere Spitzenfussballer sucht die Zielgruppen fuer seine Firma nun bei den exklusiveren Sportarten: Reiten, Golf, Tennis und Alpin-Ski.
Auch die Strategie aendert sich.
Das Sponsern von einzelnen Sportlern oder Mannschaften soll zugunsten eines Event- Marketing aufgegeben werden.
Der Fussball ist aber nicht voellig aus dem Rennen: "Auch in Zukunft werden wir fuer Aha-Effekte aufgeschlossen sein", meint Commodores Sportmarketing-Direktor Dieter Hoeness.


Datum:01.05.1989 00:00:00



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