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ASW NR. 010 VOM 01.10.1987 SEITE 006

"Swing" bringt Schwung in den KaffeerMarkt.


Produkteinfuehrung

"Swing" bringt Schwung in den Kaffee-Markt

Bisher kennen ihn nur die Berliner: Hubert, locker in allen Lebenslagen, der mit dem Slogen "Frech kommt weiter]" im Werbefernsehen sogar eine Dame verfuehrt.
Kaffeetrinkenderweise, versteht sich, denn Hubert ist der "Continuing Character" in den Spots fuer "Swing", einer neuen Kaffee-Sorte, die Jacobs Suchard seit Februar im Berliner Markt testet.
Mit grossem Erfolg, wie Helmut Breinfalk, verantwortlich fuer Marketing bei Jacobs Suchard, erlaeutert.
Wann die nationale Einfuehrung folgen wird, steht aber noch nicht endgueltig fest.
"Wir bauen ein neues Segment", sagt Breinfalk, er meint den Kaffe fuer Jugendliche.
Um "Swing" als Marke durchzusetzen, werden zur Zeit in Berlin alle Werbe- und Promotionregister gezogen: zahlreiche Aktionen im Lebensmittelhandel, Verbraucherpromotion in den Jugendmedien, TV-, Kinound Funkspots, zudem noch eine ganze Menge Aussenwerbung.
Vor allem das Plakat, so Breinfalk zu ersten Testergebnissen, habe sich als positives Medium gezeigt.
Positioniert ist Swing-Kaffee als Premium-Produkt, "etwas oberhalb von Kroenung", und soll damit auch ein Angebot an den Handel sein, dem man hohe Margen verspricht.
"Wir wollen von der Preisabhaengigkeit weg", so der Aldi-geplagte Kaffee-Vermarkter.
Parallel dazu wird der Jugendkaffee auch ueber die Gastronomie eingefuehrt.
Hintergrund der Offensive im stagnierenden Kaffeemarkt ist die Erkenntnis von Jacobs Suchard (Marktfuehrer mit etwa 21 Prozent Marktanteil), dass die Jugend zunehmend vom heissen Kaffee zum kalten Softdrink abdriftet.
Nicht ganz unschuldig war daran vielleicht die Werbung a la Frau Sommer.
Was fehlt, ist eine Marke mit der sich Jugendliche identifizieren koennen.
Seit 1981, so fanden findige Marktforscher heraus, sind dem Kaffeegeschaeft etwa eine halbe Million jugendliche Verwender verlorengegangen.
Ein Trend, der ausserdem rapide ansteigt.
Der Blick nach Amerika laesst den Kaffeeproduzenten dann endgueltig erschaudern.
Dort, so heisst es, sind schon 60 Prozent der Jugend Nichtkaffeetrinker.
Soweit soll es in Deutschland erst gar nicht kommen, findet Jacobs Suchard.
Die Konkurrenz duerfte in diesem Punkt aehnlich denken.
Den Berliner Test verfolgt sie auf jeden Fall mit grosser Aufmerksamkeit.


Datum:01.10.1987 00:00:00