Computernutzung

In ostdeutschen Haushalten weniger Internetzugänge als im Westen

Grafik: Bitkom
Grafik: Bitkom
06.11.2014.  In Deutschland gibt es weiterhin messbare Unterschiede zwischen Ost und West in der IT- und Internet-Nutzung. Allein Thüringen liegt über dem Bundesdurchschnitt, die anderen ostdeutschen Länder weisen vergleichsweise geringe Nutzungsquoten auf.

Nach Auswertung von Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat stellt der Hightech-Verband Bitkom fest, dass Internet mit mindestens 1 Mbit/s inzwischen für 99,9 Prozent aller Haushalte verfügbar ist. In den neuen Bundesländern würden jedoch deutlich weniger Haushalte einen Internetanschluss nutzen als in den alten Ländern.

Brandenburg am Ende der Skala


In Brandenburg hatten im vergangenen Jahr lediglich drei Viertel der Haushalte (76 Prozent) einen Internetanschluss. In Mecklenburg-Vorpommern (78 Prozent), in Sachsen (82 Prozent) und in Sachsen-Anhalt (85 Prozent) waren es nur wenig mehr. Einzig Thüringen lag mit 89 Prozent über dem bundesdeutschen Schnitt von 88 Prozent. Führend waren Niedersachsen (92 Prozent), die Stadtstaaten Bremen (91 Prozent) und Hamburg sowie Schleswig-Holstein (jeweils 90 Prozent).

„Die Unterschiede zwischen Ost und West bei der Nutzung von IT und Internet sind nach wie vor signifikant“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Das gilt beispielsweise für die regelmäßige Internetnutzung in den einzelnen Bundesländern. Vier von fünf Deutschen (80 Prozent) sind mindestens einmal wöchentlich online. Auch hier liegen Mecklenburg-Vorpommern (67 Prozent der Einwohner), Brandenburg (68), Sachsen (74) und Sachsen-Anhalt (75) deutlich unter dem Schnitt. An der Spitze stehen Hamburg und Rheinland-Pfalz mit je 84 Prozent der Einwohner.

Breitband-Versorgung je nach Siedlungsstruktur


Auch bei der Breitband-Versorgung gibt es noch Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern. Derzeit ist für fast zwei Drittel aller deutschen Haushalte (64 Prozent) Breitband-Internet mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s verfügbar, meist per Festnetz. Das ergab Mitte dieses Jahres eine Studie des TÜV Rheinland im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Ob derart schnelle Zugänge vorhanden sind, hängt maßgeblich von der Siedlungsstruktur ab. Für vier von fünf (82 Prozent) Haushalte in deutschen Städten sind aktuell Anschlüsse mit über 50 Mbit/s verfügbar, für jeden fünften Haushalt (20 Prozent) in ländlichen Gemeinden. „Die Investitionen pro Festnetz-Anschluss sind im ländlichen Raum etwa drei- bis fünfmal so hoch wie in der Stadt. Da die Endkunden auf dem Dorf nicht mehr zahlen als in der Stadt, ist ein Ausbau für private Anbieter nicht immer wirtschaftlich machbar“, kommentiert Rohleder.

In den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg sind die Haushalte mit jeweils rund 90 Prozent weitgehend versorgt mit solch schnellen Anschlüssen. In westdeutschen Flächenstaaten liegt der Versorgungsgrad meist zwischen 60 und 70 Prozent. Da die neuen Bundesländer tendenziell dünner besiedelt sind, sind für entsprechend weniger Haushalte 50-Mbit-Anschlüsse verfügbar: in Sachsen derzeit für 46 Prozent der Haushalte, in Mecklenburg-Vorpommern für 43, in Brandenburg für 35, in Thüringen für 35 und in Sachsen-Anhalt für 32 Prozent.

Zehn Prozent verzichten auf Internetnutzung


Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Computernutzung. Laut EU-Umfrage hat jeder zehnte Deutsche noch nie einen PC, Laptop oder Tablet genutzt. In Brandenburg war es sogar jeder sechste (16 Prozent), in Mecklenburg-Vorpommern jeder siebte (15 Prozent) und in Sachsen jeder achte (13 Prozent). Auch bei diesem Kriterium hebt sich Thüringen positiv ab: Lediglich jeder dreizehnte Thüringer (7 Prozent) hat noch nie in seinem Leben einen Computer genutzt.

(Bitkom/asc)

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