Mitarbeiter für Kommunikation im Social Web nutzen

06.04.2011.  Tagtäglich wird den Marketing- oder Kommunikationsverantwortlichen vor Augen geführt, dass Social Media ein Muss ist. Etablierte Agenturen wie neue Dienstleiter verdeutlichen die Notwendigkeit und schlagen innovative und manchmal auch verrückte Konzepte vor. Ist das der einzige Weg?

Wir kennen alle die Zahlen wie wichtig Twitter, Youtube, Facebook und viele andere der Social Media Medien oder Technologien geworden sind. Niemand kommt mehr daran vorbei. Für etablierte Agenturen und auch neue Dienstleister haben sich die Dienstleistungen rund um diesen neuen Hype als relevanter Umsatzbereich etabliert.

Aber entspricht es wirklich den Erfolgsfaktoren des Social Web, dass Agenturen oder andere Dritte für ein Unternehmen aktiv werden? Klar können auch dort Werbeanzeigen geschaltet werden, aber stehen diese nicht eher für das Web 1.0? Gleichzeitig muss man sich überlegen, wie viele virale Kampagnen gestartet werden und nicht erfolgreich sind. Nur über die erfolgreichen wird berichtet, egal ob in den einschlägigen Medien oder auf Kongressen und Tagungen.

Wird es nicht spannender für Unternehmen, wenn diese es schaffen, ihre Mitarbeiter für ein Engagement in den Social Media zu begeistern? Wenn 100 Mitarbeiter jeden Tag einmal oder zweimal aktiv sind, hat ein Unternehmen über das Jahr 30 000, 40 000 oder wahrscheinlich noch viel mehr Einträge, Kommentare oder Ähnliches. Wenn man sich jetzt die entsprechenden viralen Effekte auch innerhalb der Mitarbeiter und zusammen mit Kunden vorstellt, wird dies zu einem spannenden Ansatz.

Aber dies erfordert natürlich einen anderen Umgang mit den Mitarbeitern und dem Social Web. Gerade größere Unternehmen neigen dazu, den Zugang zu Social Media über die Firmennetzwerke zu verbieten beziehungsweise werden diese geblockt. Entsprechend werden die Mitarbeiter auch nicht im und für das Unternehmen aktiv.

Hier ist ein Umdenken notwendig. Durch ein einfaches und klares Regelwerk, der Social Media Policy, sollte jedes Unternehmen den Mitarbeitern verdeutlichen, wer wann, wo und wie im Social Web kommunizieren darf. Man kann auch Trainings dazu anbieten. Das Motto heißt also nicht ein Verbot der Aktivitäten der Mitarbeiter bei Twitter, Xing, etc., sondern diese gezielt zu motivieren und in die richtigen Bahnen zu lenken.

Dies ist keine einfache Aufgabe. Denn es setzt vielleicht einen Wandel in der Unternehmenskultur voraus. Corporate Communications kann nicht mehr alles Top-Down kommunizieren. Wie stellt man Compliance bezüglich Aufsichtsbehörden und Finanzmärkten sicher? Wer ist eigentlich im Unternehmen für Social Media zuständig? Marketing, Corporate Communication, Product Communication oder auch HR, da Xing und Facebook für das Recruiting immer wichtiger werden.

Hierfür gibt es keine einfachen Antworten. Unternehmen sollten sich damit konsequenter auseinandersetzen. Im ersten Schritt steht natürlich die Frage nach einer klaren Zielsetzung im Mittelpunkt. Was will ich mit den Aktivitäten in den Social Media erreichen? Welche Ziele verfolge ich? Eine Erhöhung des Bekanntheitsgrades, eine bessere Positionierung bei ausgewählten Zielgruppen, mehr Umsatz oder einfach nur ein besseres Suchmaschinenranking (Search Engine Optimization, SEO)?

Wenn diese Ziele klar definiert und messbar sind, kann das Unternehmen auch eine Strategie ausformulieren. Also, wie will ich meine Ziele erreichen? Bitte nicht Social Media Aktivitäten, um nur beim Hype dabei zu sein! Dies kann dann zu einer Grundlage weiterentwickelt werden, um den Mitarbeitern eine Vision für das Social Web und einen konkreten Handlungsrahmen zu geben. So wird man auch den Kernelementen der Social Media gerecht: Interaktion, Kollaboration und die Entwicklung vom Monolog zum Dialog. Die Mitarbeiter können auf Augenhöhe im Social Web mit den Kunden, Lieferanten etc. kommunizieren. Eine Agentur kann dies nicht leisten oder man verabschiedet sich von den Grundgedanken des Social Webs!

Ralf Strehlau ist Unternehmensberater und Inhaber der Anxo Management Consulting GmbH, Düsseldorf.

6. April 2011

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