Ein neuer Name würde sich katastrophal auswirken

23.02.2010.  Kaum ein anderes Automobilunternehmen wie Opel steht derzeit im Kreuzfeuer der Diskussionen und auch die Zukunft von Opel ist derzeit noch ungewiss. In einer solchen Situation werden alle möglichen Spekulationen geäussert bis hin zu der Forderung, sich einen neuen Namen zuzulegen. Wer so etwas fordert, hat in diesem Fall Marketing und die Rolle eines Unternehmensnamens im hochemotionalen Automobilbereich nicht begriffen.

Zweifellos gibt es zurzeit viel negative Berichterstattung über Opel. Trotzdem gehört Opel zu den Ikonen in der Automobilbranche und unabhängig von aller Kritik baut Opel wieder sehr gute Automobile, wie die Beispiele Insignia und Astra zeigen, die beide ausgezeichnet wurden. Dies zeigt eine der positiven Seiten von Opel.

Opel hat Menschen, die die Marke lieben und bereit sind dafür zu kämpfen – mit anderen Worten, Opel hat eine Menge Kraft für einen Neuanfang. Wir sollten Produkte und Unternehmen endlich wie Menschen sehen, denn im Leben von Menschen gibt es auch Höhen und Tiefen, durch die man gehen muss. In diesem Sinne hat das "Elternhaus" Opel mit seinen "Kindern", also den Produkten, momentan eine Menge Probleme, aber auch eine Menge positiver Seiten aufzuweisen.

Und wenn diese Kinder aussergewöhnliche Leistungen bieten, wenn sie toll aussehen (Design), technologisch Massstäbe setzen (Qualität, Verarbeitung, Zuverlässigkeit, Langlebigkeit) und jedes Kind von der Fachpresse und den Kunden und potentiellen Kunden genau so wahrgenommen wird, dann wird sich das Image des Elternhauses wandeln. Dann wird man sagen, wenn diese Kinder so wohlgeraten sind und sich erfolgreich durchs Leben schlagen, kann das Elternhaus ja so schlecht nicht sein.

Es ist eine Binsenwahrheit:Nur die konkret wahrnehmbaren Leistungen bestimmen, wie der Name des Produkts und der Name des herstellenden Unternehmens wahrgenommen wird. Natürlich gibt es hier für Opel noch viel zu tun. Opel braucht ein klareres Profil, muss markanter und unverwechselbarer werden und mit seinen neuen Modellen auch über unverwechselbare, mutige Modellnamen beweisen, dass das Unternehmen eine eigenständige und positive Unternehmenspersönlichkeit ist – dass der Slogan „ Wir leben Autos“ tatsächlich stimmt.

Und vergessen wir nicht, die Menschen die für Opel arbeiten, sind ja nicht ohne Grund bei Opel. Mit einem neuen Namen löst man das aktuelle Problem bei Opel mit Sicherheit nicht, denn gerade ein neuer Name würde sich katastrophal auswirken. Die Öffentlichkeit würde dies zu Recht als „alter Wein in neuen Schläuchen“ empfinden. Opel ist ein wertvoller Name mit gesunden Wurzeln, die man nicht bei Problemen einfach herausreißt. Opel hat mit diesem Namen, wenn die aktuellen Rahmenbedingungen wieder stimmen eine sehr gute Chance zu neuer Stärke zu kommen.

Manfred Gotta ist Gründer und Inhaber von Gotta Brand.
23. Februar 2010

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