Wochenrückblick

Zalando an der Börse, Malaysia Airlines im Shitstorm und analoge Abendgestaltung

05.09.2014.  Geht es nach Zalando, könnte schon bald an der Börse vor Glück geschrien werden, denn der Online-Händler will 2014 auch hier mitmischen. Malaysia Airlines sorgt mit einem Gewinnspiel für einen Sturm der Entrüstung und der Mittwochabend wird zumindest zeitweise analog.

Von Johannes Steger

Die Ankündigung der Woche: Zalando an der Börse


Schrei vor Glück – der einstige Zalando-Werbeslogan hat sich tief ins (Werbe)Bewusstsein der Verbraucher eingebrannt. Kein Wunder also, dass das einstige Startup mittlerweile zum ernstzunehmenden Player unter deutschen Versandhändlern geworden ist. Quelle 2.0 sozusagen. Seit 2008 steigen die Nutzerzahlen und auch bei den Einnahmen geht es nach oben – im August konnte das Unternehmen zum ersten Mal ein Plus vermelden. Dass der Versandhändler schon länger mit dem Gedanken spielt, neben Modeliebhabern auch Börsianer zu verzücken, ist bekannt. Diese Woche dann aber der Paukenschlag: Man wolle schon 2014 an die Börse, vermeldete das Unternehmen. Der Aufschub des Alibaba-Börsengangs mache den Zeitpunkt günstig, heißt es im „Handelsblatt“. Eine Sensation, denn es wäre der größte Börsengang eines deutschen Online-Unternehmens seit dem Platzen der Dotcom-Blase. Man darf gespannt sein, ob Analysten und Anleger auch bald vor Glück schreien.

Der Shitstorm der Woche: Ein Image-Gau mit Ansage


Eigentlich eine gute Idee: Eine Liste mit Dingen, die man sehen und erleben will, eine sogenannte „Bucket List“, verbunden mit einem Gewinnspiel. Dumm nur, dass eine „Bucket List“ vor allem mit einer Aufzählung verbunden wird, auf der Dinge festgehalten werden, die man vor dem eigenen Ableben noch erleben will. Noch dümmer, wenn es sich bei dem Gewinnspiel um eine Marketing-Aktion der Fluggesellschaft Malaysia Airlines handelt. Denn diese Airline kämpft mit einem ziemlich ramponierten Image. Das unaufgeklärte Verschwinden von MH370 und dann noch die Tragödie in der Ostukraine mit Flug MH17. Eine Liste mit Wünschen vor dem Tod erscheint da besonders grotesk. Nun bricht sich also eine Welle der Entrüstung über der sowieso schon beschädigten Marke. Die versucht sich in Krisenkommunikation und entfernt das Gewinnspiel und veröffentlicht eine Entschuldigung. Dieser Shitstorm kam mit Ansage.

Was nach einem PR-Gau auf Unternehmen zukommt, erfahren Sie übrigens in der aktuellen Print-Ausgabe von absatzwirtschaft mit dem Schwerpunkt Krisen-PR, erhältlich im Onlineshop.

Der Ausfall der Woche: In zwanzig Minuten zurück ins analoge Zeitalter


3-2-1-meins: Am Mittwochabend eher nicht. Denn beim Online-Auktionhaus Ebay streikte der Log-in. Viele Nutzer konnten sich weder einloggen oder bei Auktionen mitbieten. Wer sich darüber dann bei Facebook beschweren wollte, musste feststellen: Auch das soziale Netzwerk war kurzzeitig nicht erreichbar. Also schnell was bloggen? Auch nicht, denn auch der Blogdienst Tumblr war off. Ebenfalls Probleme gab es bei Linkedin und Apples iTunes. Hacker-Angriff? Servercrash? Flächendeckender Stromausfall? Facebook und Tumblr vermeldete einen Wartungsfehler, die anderen sprachen von technischen Problemen. Wer sich mal wieder analog fühlen wollte, hatte dazu Gelegenheit. Für alle anderen gab es ja noch Twitter.


Die Highlights der Woche auf absatzwirtschaft.de:


>>> Warum Marken bei der Wahl der Musik aufpassen müssen
>>> Email Marketing: Nicht sexy aber sehr rentabel
>>> Welchen Wert hat ein Neuprodukt für den Kunden?




Die Änderung der Woche: Ein bisschen mehr Freiheit auf Facebook


Haben Sie „Trans*Mensch“, „Pangender“ oder intergeschlechtlich schon einmal gehört? Auf Facebook könnten Sie diesen Bezeichnungen bald häufiger begegnen. Denn das Soziale Netzwerk möchte seinen Nutzern etwas mehr bieten. Menschen, die zum Beispiel zweigeschlechtlich sind oder sich nicht auf ein Geschlecht festlegen möchten, haben jetzt die Möglichkeit, dies in ihrem Profil kund zu tun. Rund 60 Varianten stehen Nutzern unter der Kategorie „Benutzerdefiniert“ zur Verfügung. Die einen mögen das merkwürdig finden, für die anderen ist es ein kleines Stück mehr Freiheit.

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