Printmedien

Warum die Reichweite bald ins Plus drehen wird

Lupo  / pixelio.de
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01.08.2013.  Die IVW wird künftig auch die digitalen Paid-Content-Produkte erfassen, und die Mediaanalyse wird ab kommendem Jahr über Intermedia-Studien auch crossmediale Reichweiten ausweisen. Die Vorfreude auf gute Nachrichten und freundliche Zahlen ist groß im Printlager. Von Roland Karle

Von Roland Karle

LAE, AWA, Radio-MA, Print-MA liegen vor, KidsVA und LA Med sind im Anmarsch, die ACTA befindet sich im Feld. Was sich anhört wie eine Einführung in die Tiefen der deutschen Abkürzungsverzeichnisse, dahinter verbergen sich – kundige Medienleute wissen das – aufwändig erhobene Markt-Media-Studien. Datenflutartig wurden in den vergangenen vier Wochen die Zahlen und Tabellen der Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung (LAE), der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) und der Mediaanalyse (MA) angespült. Nicht zu vergessen: Die IVW, die mit vollem Namen Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern heißt, hat im Juli ebenfalls ihre Auflagenstatistik fürs zweite Quartal 2013 geliefert.

Unterm Strich steht die erwartete Erkenntnis: Bei Print nichts Neues. Kumuliert sinken Auflage und Reichweite. So lesen laut aktueller MA 2013 immer noch fast zwei Drittel aller Deutschen ab 14 Jahre (64,7 Prozent) und somit 45,5 Millionen Menschen täglich Zeitung, doch im Vergleich zum Vorjahr sind es 1,9 Prozentpunkte weniger. Die Auflagenkontrolleure der IVW bescheinigen den deutschen Tageszeitungen im zweiten Quartal 2013 einen Verkauf von 20,64 Millionen Exemplaren je Erscheinungstag, was einem Minus gegenüber dem Vorjahresvierteljahr von 4 Prozent entspricht.

Beim Stöbern in der Statistik finden sich aber auch gute Nachrichten: Gegenüber dem Vorquartal I/2013 wurden sogar 0,7 Prozent mehr Tageszeitungen abgesetzt und die Zahl der verkauften E-Paper-Ausgaben hat sich binnen eines Jahres von 200 000 auf 380 000 nahezu verdoppelt. Was für die Verlage erfreulich ist, aber keinen ekstatischen Jubel auslöst. Schließlich darf man den Anteil der elektronisch vertriebenen Zeitungen an der Gesamtauflage mit 1,8 Prozent noch immer als marginal betrachten.

Die MA 2013 Pressemedien II attestiert den Publikumszeitschriften eine Leserschaft von gut 64 Millionen und somit eine Nutzerquote, gemessen an der Gesamtbevölkerung (ab 14 Jahre), von 91,4 Prozent. Anders gesagt: Nur jeder Elfte liest keine Zeitschrift. Im Vergleich zur Vorgängerstudie MA 2013 Printmedien I ist die Reichweite um 0,8 Prozentpunkte gesunken. Aus der aktuellen Erhebung geht hervor, dass jeder Befragte pro Erscheinungsintervall statistisch gemittelt 3,3 verschiedene Magazine nutzt. Bezogen auf den Weitesten Leserkreis (WLK) – er umfasst die letzten zwölf Erscheinungsintervalle, also bei wöchentlichen Titeln einen Zeitraum von zwölf Wochen – werden durchschnittlich 8,6 unterschiedliche Zeitschriften genutzt.

Was sich sowohl bei den Zeitungen als auch bei den Zeitschriften zeigt: Print punktet vor allem in Zielgruppen mit überdurchschnittlichem Einkommen und Bildungsstand. So erreichen die Zeitungen 66,7 Prozent bei Gutverdienern (mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 2500 Euro und mehr) und 70 Prozent der Gutausgebildeten, die Fach-/Hochschulreife mit Studium vorweisen. Was Anzeigenkunden begeistern müsste, die ein gehobenes Klientel ansprechen. „Zeitungen erreichen Leser mit einem hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Status, die für Werbungtreibende besonders wertvoll sind“, sagt Alexander Potgeter, Mitglied der Geschäftsleitung der Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG).

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