Kommunikation

Informieren, werben, netzwerken: Die Visitenkarte und ihre Vorläufer

Grafik: moo.com
Grafik: moo.com
23.09.2014.  Seit Jahrhunderten sind Visitenkarten Tradition, um Networking zu betreiben: Der Austausch der Karten ist eine Zeremonie, die tief in Tradition und Wertvorstellungen verwurzelt ist. Zugleich wird das Treffen zweier Fremder zelebriert und das Potenzial für neue Geschäftsverbindungen symbolisiert. Schon seit dem 15. Jahrhundert werden Karten mit geschriebenen Informationen für offizielle Ankündigungen oder als formelle Botschaften überreicht.

Selbst im 21. Jahrhundert, inmitten der digitalen Ära von Smartphones und ausgeklügelter Technologie, halten Visitenkarten die Stellung als ein vorherrschendes Mittel, sich vorzustellen und Informationen auszutauschen. Mit der Geschichte der Visitenkarte hat sich der britische Online-Druckexperte moo.com befasst: In Japan wurden mit sogenannten Meishi die örtliche Bevölkerung über anstehende königliche Besuche informiert. Im industriell wachsenden London entstand im 17. Jahrhundert die Gewerbekarte. Als Vorläufer der heutigen Visitenkarte wurde sie an Klienten und potenzielle Kunden der örtlichen Geschäfte verteilt und diente teilweise auch als Werbemittel, Wegweiser, Rechnung oder sogar für Todesanzeigen.

Hohe Aufmerksamkeit für die Karte in Asien


Viele dieser Werte und regionalen Traditionen haben bis heute Bestand. In Asien gebietet es die Tradition, eine Karte mit beiden Händen und einer Verbeugung entgegenzunehmen und sie genau zu studieren. Und während es in manchen Ländern üblich ist, sich auf Visitenkarten Notizen zu machen, ist es in anderen verpönt. Trotz der kulturellen Feinheiten ist eines gleichbleibend: Die emotionale Investition beim Austausch der Karten ist unersetzlich – ein Grund, warum es digitalen Optionen nicht gelungen ist, physische Karten zu ersetzen.

Hierzu sagt Nicola Andersen, General Manager International bei moo.com: „Wenn man Geschäftsleute auf die Gefühle anspricht, die sie beim Überreichen ihrer Karte haben, fallen stets Worte wie ‚stolz‘ und ‚aufgeregt‘. Mit einem Lächeln im Gesicht sagen sie, dass sie mit ihren Karten einen bleibenden Eindruck bei den Empfängern hinterlassen wollen. Und diese Emotionen erhält insbesondere die Jahrhunderte alte Zeremonie des Austauschs der Karten am Leben.“

Eindruck gewinnen: Tipps für eine gelungene Visitenkarte


Visitenkarten zeigen als verlängerter Arm, wer ihr Absender ist und sind für den ersten guten Eindruck entscheidend. Es geht nicht nur darum, die eigene Person oder Unternehmen zu repräsentieren, sondern auch um den eigenen ästhetischen Anspruch, der viel über den Absender und das Markenbild aussagt. Nicola Anderson nennt drei wichtige Bausteine für eine gelungene Visitenkarte:

Außergewöhnliche Gestaltung mit individueller Handschrift: Im Design sollte sich immer der Absender mit seinem Unternehmen reflektieren. Von der Farbpalette bis hin zur Typografie und zum Layout – all diese Elemente transportieren die Markenwerte des Geschäfts.

Die richtige Größe: Bei manchen Visitenkarten kann ein kleineres Format besser sein, je nachdem, welche Informationen vermittelt werden sollen. Sogenannte MiniCards eignen sich gut für breitflächiges Networking und um kleine Informationshäppchen wie Sonderangebote oder Social Media Handles zu teilen. Manchmal reichen auch schon kleinste Veränderungen für maximale Aufmerksamkeit, etwa abgerundete Ecken.

Qualitätspapiere für eine hohe Wertigkeit: Ein schönes Design zu erstellen und sorgfältig das passende Format zu wählen, nur um dann dünnes Papier zu verwenden, ist, als ob man sich einen Porsche kaufen und billige Stoffbezüge für die Innenausstattung wählen würde. Auch das Papier transportiert die Geschichte des Unternehmens. Allein durch die Wahl stärkerer Grammatur können sich Karten von der Menge abheben, denn sie fühlen sich wertig an und sehen edel aus. Wer in seiner geschäftlichen Kommunikation auch umweltbewusst agieren möchte, dem stehen mit „grünen“ Visitenkarten aus Recycling-Papier guten Alternativen offen.

„Wichtig ist, dass sich ausreichend Zeit für das Design genommen wird“, betont Anderson. Denn jedes Design erzähle eine eigene Geschichte. Es sollte gezielt und bedacht ausgewählt werden, damit die Karten wirklich einen bleibenden positiven Eindruck hinterlassen.

Eine Infografik zur Entwicklung der Visitenkarte stellt moo.com hier zur Verfügung. (asc)

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